Noten, Intervalle, Akkorde
Erklärung: So heißen die Töne und so liest man sie
Stammtöne
Die sieben Stammtöne heißen c, d, e, f, g, a, h. Sie liegen auf den weißen Tasten. Nach h beginnt die Reihe wieder mit c – eine Oktave höher. (Im Englischen und auf vielen Apps heißt unser h „B“ und unser b „B♭“.)
Oktavlagen
Damit man weiß, welches c gemeint ist, bekommt jede Oktave einen eigenen Namen. Man schreibt die Töne mit Groß- oder Kleinbuchstaben und mit Strichen:
| Oktave | Schreibweise | international | auf der Klaviatur |
|---|---|---|---|
| große Oktave | C D E F G A H | C2 … B2 | ganz links (beginnt hier mit E) |
| kleine Oktave | c d e f g a h | C3 … B3 | links von der Mitte |
| eingestrichene Oktave | c′ d′ e′ f′ g′ a′ h′ | C4 … B4 | c′ liegt in der Mitte |
| zweigestrichene Oktave | c″ d″ e″ f″ g″ a″ | C5 … A5 | rechts |
Die internationale Schreibweise (C4, F♯4 …) findest du z. B. auf dem iPad; dort ist c′ = C4.
Im Notensystem
Das Notensystem hat fünf Linien. Noten stehen auf einer Linie oder in einem Zwischenraum, und jede Position ist ein Stammton weiter. Für höhere oder tiefere Töne werden kurze Hilfslinien ergänzt.
Der Violinschlüssel ist ein G-Schlüssel: Seine Schnecke umschließt die Linie, auf der g′ liegt (zweite Linie von unten). Die Linien von unten heißen e′ g′ h′ d″ f″ („Es geht hurtig durch Fleiß“), die Zwischenräume f′ a′ c″ e″.
Der Bassschlüssel ist ein F-Schlüssel: Seine zwei Punkte umschließen die Linie des f (vierte Linie von unten). Die Linien von unten heißen G H d f a, die Zwischenräume A c e g. Das c′ liegt zwischen beiden Systemen: eine Hilfslinie unter dem Violinschlüssel oder eine Hilfslinie über dem Bassschlüssel – dieselbe Taste.
Vorzeichen: erhöhte und erniedrigte Töne
Ein Kreuz ♯ erhöht einen Stammton um einen Halbton; der Name bekommt die Endung -is: cis, dis, eis, fis, gis, ais, his. Ein b ♭ erniedrigt um einen Halbton; der Name bekommt die Endung -es: ces, des, fes, ges. Drei Ausnahmen, weil sie sich besser sprechen lassen: es (nicht „ees“), as (nicht „aes“) und b (nicht „hes“). Ein Auflösungszeichen ♮ hebt ein Vorzeichen wieder auf.
Meist landet man mit einem Vorzeichen auf einer schwarzen Taste. Jede schwarze Taste hat deshalb zwei Namen, z. B. fis′ und ges′ – gleiche Taste, gleicher Klang, verschiedene Schreibweise. Man nennt das enharmonische Verwechslung. Vier Vorzeichen-Töne landen auf weißen Tasten: eis = f, fes = e, his = c, ces = h.
Erklärung: So bestimmt man Intervalle
Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen. Man bestimmt es in zwei Schritten: erst grob, dann fein.
Schritt 1 – Grobbestimmung: Stammtöne zählen
Zähle die Stammtöne vom unteren bis zum oberen Ton, beide mitgezählt. Der Ausgangston ist die 1. Beispiel c′ → e′: c (1), d (2), e (3) – das ist eine Terz. Vorzeichen spielen in diesem Schritt noch keine Rolle.
| Töne | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Name | Prime | Sekunde | Terz | Quarte | Quinte | Sexte | Septime | Oktave |
Schritt 2 – Feinbestimmung: Halbtöne zählen
Zähle auf der Klaviatur die Halbtonschritte vom unteren zum oberen Ton – jede Taste zählt, ob weiß oder schwarz. Die Zahl der Halbtöne entscheidet, ob ein Intervall rein, groß oder klein ist.
Prime, Quarte, Quinte und Oktave gibt es als reine Intervalle. Sekunde, Terz, Sexte und Septime gibt es als große und kleine – die kleine hat einen Halbton weniger als die große.
| Intervall | Halbtöne | Beispiel ab c′ | Hörhilfe (Liedanfang) |
|---|---|---|---|
| reine Prime | 0 | c′ – c′ | gleicher Ton |
| kleine Sekunde | 1 | c′ – des′ | Der weiße Hai |
| große Sekunde | 2 | c′ – d′ | Alle meine Entchen |
| kleine Terz | 3 | c′ – es′ | Kuckuck, Kuckuck (abwärts) |
| große Terz | 4 | c′ – e′ | Oh, when the Saints |
| reine Quarte | 5 | c′ – f′ | O Tannenbaum |
| Tritonus (überm. Quarte / verm. Quinte) | 6 | c′ – fis′ / c′ – ges′ | The Simpsons |
| reine Quinte | 7 | c′ – g′ | Morgen kommt der Weihnachtsmann |
| kleine Sexte | 8 | c′ – as′ | Love Story |
| große Sexte | 9 | c′ – a′ | My Bonnie is over the Ocean |
| kleine Septime | 10 | c′ – b′ | Somewhere (West Side Story) |
| große Septime | 11 | c′ – h′ | Take On Me (Refrain) |
| reine Oktave | 12 | c′ – c″ | Somewhere over the Rainbow |
Ein Halbton mehr als rein oder groß heißt übermäßig, ein Halbton weniger als rein oder klein heißt vermindert. Die übermäßige Quarte und die verminderte Quinte umfassen beide sechs Halbtöne und heißen Tritonus.
Erklärung: So funktionieren Dur- und Moll-Dreiklänge
Ein Dreiklang besteht aus drei Tönen: dem Grundton, der Terz und der Quinte. Man baut ihn, indem man zwei Terzen übereinanderschichtet. Im Notensystem sieht das aus wie ein Schneemann: Alle drei Noten liegen auf Linien oder alle drei in Zwischenräumen.
Dur oder Moll?
Der Unterschied liegt allein im mittleren Ton, der Terz. Die Quinte ist in beiden Fällen rein (7 Halbtöne).
| untere Terz | obere Terz | Halbtöne | Beispiel | |
|---|---|---|---|---|
| Dur | große Terz | kleine Terz | 4 + 3 | c′ – e′ – g′ (C-Dur) |
| Moll | kleine Terz | große Terz | 3 + 4 | c′ – es′ – g′ (c-Moll) |
Namen
Dur-Dreiklänge schreibt man mit großem Buchstaben (C-Dur, Es-Dur, Fis-Dur), Moll-Dreiklänge mit kleinem (a-Moll, es-Moll, fis-Moll). Der Buchstabe ist immer der Grundton.
Zusatz: vermindert und übermäßig
Schichtet man zwei kleine Terzen (3 + 3 Halbtöne), entsteht ein verminderter Dreiklang; zwei große Terzen (4 + 4) ergeben einen übermäßigen. Beide kommen seltener vor und klingen spannungsreich.